fgs Literaturkreis

When:
11. December 2017 @ 14:00 – 15:30 Europe/Berlin Timezone
2017-12-11T14:00:00+01:00
2017-12-11T15:30:00+01:00
Where:
Arbeitsraum des pädagogischen Institut
Albertus-Magnus-Platz
50931 Köln
Germany

Der fgs-Literaturkreis ist ein Kooperationsprojekt des fgs (Verein zur Förderung des Gasthörer- und Seniorenstudiums an der Universität zu Köln e.V.) mit dem Kölner Literaturhaus. Im Kölner Literaturhaus wird Literatur lebendig; Autorinnen und Autoren stellen in den Veranstaltungen ihre Werke vor. Zusätzlich wird interessierten Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geboten, im Rahmen von Lesekreisen über Literatur zu sprechen. Die Leiterin des fgs-Literaturkreises, Beatrix Becker-Jetzek, gibt die Lektüre vor. Dabei handelt es sich um Gegenwartsliteratur von Autorinnen und Autoren, die auch zu Gast im Literaturhaus sein werden. Häufig werden nicht die aktuellen Bücher gelesen, sondern frühere, die als Taschenbuch erhältlich sind. Bei den Treffen haben alle das jeweilige Buch schon gelesen. Im Literaturkreis werden Lektüreeindrücke ausgetauscht, Lesarten und Interpretationen debattiert – jeder/jede, der/die mag, kommt zu Wort. Zudem werden einige Grundkenntnisse der Literaturwissenschaft vermittelt. Im Zentrum steht immer das Buch. Gemeinsame Besuche der Veranstaltungen des Literaturhauses bieten die Gelegenheit, die Autorinnen und Autoren, deren Bücher besprochen werden, kennenzulernen.

Folgender Roman ist für diesen Tag vorgesehen:

Sabrina Janesch: Katzenberge
 
Die 1985 geborene deutsch-polnische Autorin erhielt für ihren 2010 erschienenen Debütroman den Mara-Cassens-Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt und den Anna Seghers-Preis.
Die Protagonistin unternimmt anlässlich des Todes ihres Großvaters eine Reise nach Schlesien, um die deutsch-polnischen Wurzeln ihrer Familie zu erforschen. Sabrina Janesch erzählt vom Leben in Galizien und Niederschlesien. Ihr Großvater wurde nach dem Zweiten Weltkrieg umgesiedelt, um den Hof vertriebener deutscher Siedler zu übernehmen.
Die junge Autorin nimmt sich eines heiklen Themas der jüngeren deutschen Geschichte an –der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.
“Die versunkene Welt des alten Galizien wird durch einen der Gegenwart abgerungenen literarischen Modus ersetzt. Die Geschichte des Großvaters wird nicht rekonstruiert, sie wird erschaffen. Faszinierend ist, dass man diesen Prozess bei der Lektüre Stück für Stück mitverfolgen kann.
Man kann nur staunen, mit welcher Leichtigkeit es Sabrina Janesch gelingt, ihr komplexes poetisches Konzept umzusetzen, eine für die jüngere Literatur ungewöhnliche Sprachkraft zu entfalten. Sabrina Janesch demonstriert eindrucksvoll, wie das Erzählen sich wieder neu als eine produktive Form des Erinnerns behaupten kann.” FAZ, 2010